Aktuelles
Eine Großstadt braucht eine Stadthalle!

· ·

In Trier zählt die Europahalle seit ihrem Bau 1972 zum festen Bestandteil der Trierer Veranstaltungsszene und ist für die meisten Trierer nicht wegzudenken. Die am Viehmarkt beheimatete Immobilie bietet Sitzplätze für bis zu 1.200 Personen und wird durch den anliegenden Hotelkomplex komplettiert. Hinzu kommt die aus Besuchersicht zentrale Lage im Stadtzentrum mit angrenzendem Parkhaus und einer fußläufigen Restaurant- und Einkaufsvielfalt.

Die Zukunft der Europahalle ist allerdings mehr als ungewiss. Da der Pachtvertrag des angrenzenden Penta Hotels zum Ende des Jahres 2017 ausgelaufen ist, ist auch die Nutzung der Halle für das Jahr 2018 aufgrund verworrener Grundbesitzverhältnisse ungewiss. Zudem befindet sich die Stadthalle in einem stark renovierungsbedürftigen Zustand, der eine Aufrechterhaltung des Betriebs ohne Nachbesserungen, u.a. im Bereich des Brandschutzes, auf lange Sicht unmöglich erscheinen lässt.

Das ganze Jahr hindurch, insbesondere aber in der Weihnachts- und der Karnevalszeit, sind Veranstaltungen in der Europahalle fester Bestandteil des Trierer-Veranstaltungskalenders. Die Relevanz eben dieser Halle spiegelt sich in den aktuellen Auslastungszahlen wieder und zeigt sich ebenso in der Situation der Veranstaltungshallen Triers: Die beiden weiteren Trierer Hallen ähnlicher Größenordnung sind entweder nicht für Versammlungen zugelassen (Messepark Trier) oder, im Falle der Arena Trier, bereits zu groß für entsprechende Formate und zudem häufig durch den professionellen Vereinssport und Schulsport belegt.

Die Europahalle ist aber nicht nur Veranstaltungsraum, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor für den Bereich um den Viehmarktplatz und die angrenzende Neustraße. Besucher der Halle kommen oft frühzeitig, parken im hauseigenen Parkhaus und essen vor, bzw. nach der Veranstaltung in der fußläufigen Gastronomie oder schlendern durch die Einkaufsstraßen. Ein Wegfall der Halle wäre ein schwerer Schlag für die angesprochenen Laden- und Gastronomiebetriebe.

Eine der bestehenden Handlungsvarianten der Stadtverwaltung ist es, das angrenzende Hotel gemeinsam mit der Europahalle an einen Investor zu verkaufen, damit dieser die Halle professionell vermarkten und bei Bedarf auch an die Stadt Trier vermieten kann. Eine entsprechende Miete muss vor dem Verkauf festgelegt und im wirtschaftlich vertretbaren Rahmen für die Stadt sein. Der geplante Verkauf des Hotels durch den aktuellen Inhaber berlinovo an einen Investor, der ein Interesse an der Fortführung des Betriebs der Europahalle zu haben scheint, ist ein erster Schritt in eine für Trier positive Zukunft. Es muss dennoch oberstes Ziel der Stadtverwaltung bleiben, dass der Betrieb der Europahalle über das Jahr 2018 hinaus gewährleistet wird. An dieser Stelle begrüßt die Junge Union Trier-Stadt ausdrücklich das Engagement des zuständigen Dezernenten Thomas Schmitt, der den Betrieb der Stadthalle vorerst zumindest für das Jahr 2018 durch die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft mbH (MVG) gewährleisten konnte.

Die Junge Union Trier-Stadt unterstützt aber auch ausdrücklich die zweite Handlungsvariante der Stadtverwaltung, den angrenzenden Hotelkomplex im Zweifel direkt vom Inhaber berlinovo per Vorkaufsrecht zu erwerben, um aus eigener Kraft und in vollem Maße handlungsfähig zu sein. Nach einem eventuellen Kauf durch die Stadt Trier selbst, könnten die undurchsichtigen Eigentumsverhältnisse und Nutzungsbedingungen gelöst und Hotel und Veranstaltungshalle entweder als zusammengehöriger Komplex oder als zwei unabhängig voneinander funktionierende, klar getrennte Funktionseinheiten veräußert werden. Ziel hierbei muss es sein, durch einen seriösen Verkauf mit Einbezug des umliegenden Geländes, ein brach liegendes Hotel zu verhindern und eine renovierte Stadthalle zu erhalten, die die Stadt entweder selbst betreiben, oder zu fairen Bedingungen nutzen kann. Der Fortbestand und weitere Betrieb der Europahalle ohne die ausdrückliche Erlaubnis des neuen Hotelinhabers ist bei aktuellen Besitz- und Zuordnungsverhältnissen nicht möglich.

Sicherlich müssen bei Verhandlungen der Stadt mit dem neuen Investor Zugeständnisse auf beiden Seiten gemacht werden. Es besteht jedoch kein Zwang für eine Einigung um jeden Preis. Eine Sanierung der Europahalle bleibt bei jeder Entwicklung, die eine zukünftige weitere Nutzung der Halle ermöglicht, allerdings unabdingbar!

Trier braucht auch in Zukunft einen Veranstaltungsort wie die Europahalle!

« JU stark im neuen CDU Kreisvorstand vertreten!